Deichbrand abhaken: 493 Acts aus sechs Editionen
By Alexandra P. · Published 2026-09-04 · 5 min read
Founder of Gigvault — the concert tracker for live music fans.
Du fährst am Sonntag aus Cuxhaven zurück, das Zelt noch feucht im Kofferraum, und weißt: Da waren mehr Bands als die drei, die du jetzt noch aufzählen könntest. Die Headliner bleiben. Der Act um 14 Uhr auf der kleinen Bühne, bei dem plötzlich alle mitgesungen haben — der ist nach zwei Wochen weg.
Gigvault führt das Deichbrand-Archiv Edition für Edition, Act für Act. Du hakst ab, wen du wirklich gesehen hast, statt das Wochenende aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren.
Was im Archiv steht
Gezählt an der gebauten Seite am 16. September 2026:
| Edition | Acts | Seite |
|---|---|---|
| Deichbrand 2019 | 103 | Line-up 2019 |
| Deichbrand 2022 | 93 | Line-up 2022 |
| Deichbrand 2023 | 110 | Line-up 2023 |
| Deichbrand 2024 | 78 | Line-up 2024 |
| Deichbrand 2025 | 119 | Line-up 2025 |
| Deichbrand 2026 | 106 | Line-up 2026 |
Das sind 609 gebuchte Slots über sechs Editionen — verteilt auf 493 verschiedene Acts. Bleiben 116 Slots, die an jemanden gingen, der schon einmal am Deich stand.
Deichbrand tauscht fast alles aus
116 Wiederbuchungen bei 609 Slots klingt nach viel Kontinuität. Ist es nicht. Die Zahl, auf die es ankommt, ist eine andere: 407 der 493 Acts stehen in genau einer einzigen Edition. Vier von fünf Bands, die du am Deich gesehen hast, kommen kein zweites Mal wieder.
Und ganz oben wird es dünn:
- Zwei Acts stehen in allen sechs Editionen: Rogers und Vargo.
- Acht Acts stehen in mindestens vier: Annett Gapstream, Beauty & The Beats, Drunken Masters, Le Fly, Nina Hepburn, Raum27, Rogers, Vargo.
- Sechzehn Acts stehen in mindestens drei.
Das ist der praktische Punkt für dich: Wer nur die Headliner einträgt, verliert bei Deichbrand mehr als bei jedem Festival mit festem Stamm-Line-up. Die 407 Einmal-Acts sind genau die Namen, die dir sonst niemand zurückgibt — kein Ticket, kein Foto, keine Erinnerung.
2025 und 2026 waren dünn erfasst — jetzt nicht mehr
Als dieser Beitrag am 4. September entstand, standen für 2025 nur 44 und für 2026 nur 43 Acts im Archiv, und es sah so aus, als würde das Line-up von Jahr zu Jahr schrumpfen. Es war eine Datenlücke, kein kleineres Festival: Am 15. September wurden beide Jahrgänge aus den offiziellen Line-ups nachgetragen. Heute ist 2025 mit 119 Acts die größte Edition im Archiv, und 2026 liegt mit 106 knapp hinter 2023.
Für dich heißt das: Wenn du 2025 oder 2026 schon abgehakt hast, lohnt ein zweiter Blick auf die Seite von 2025 und die von 2026 — die Nebenbühnen-Sets, die damals fehlten, stehen jetzt drin. Und wenn dort immer noch ein Set fehlt, das du selbst gesehen hast: trag ein, was du weißt.
Die Lücke 2020 und 2021
Zwischen 2019 und 2022 klafft ein Loch. Das ist kein Fehler im Archiv, das sind die beiden Jahre, in denen Deichbrand nicht stattgefunden hat. Wenn du seit 2019 dabei bist, hat dein Festivalkalender an derselben Stelle dieselbe Lücke — und die gehört genauso zu deiner Konzertgeschichte wie die vollen Jahre.
Praktisch heißt das: Du hast sechs Seiten nachzutragen, nicht acht. Das geht an einem Abend.
Warum bandweise zählen deine Zahlen verändert
Die meisten Tracker behandeln ein Festival als einen Eintrag. Du warst auf dem Deichbrand 2023 — eine Zeile, so schwer wie ein Dienstagabend im Club. Gigvault rechnet andersherum: Ein Wochenende mit neun Sets sind neun Konzerte, und jeder dieser neun Acts landet einzeln in deiner Künstlerhistorie.
Das entscheidet, wer bei dir als meistgesehene Band auftaucht, wie viele Künstler du überhaupt live erlebt hast und wie dein Jahr aussieht, wenn die Zahlen zurückkommen. Dafür ist der Festival Tracker gebaut, das speist dein Konzert-Tagebuch, und darauf beruht am Ende deine Jahresauswertung.
So trägst du ein Deichbrand-Wochenende nach
- Öffne die Edition, auf der du warst, und markiere sie als besucht.
- Geh die Act-Liste durch und hak jedes Set ab, das du wirklich gesehen hast — Hauptbühne, kleine Bühnen, auch das eine am Nachmittag.
- Nimm die kurzen mit. Zwanzig Minuten auf einer Nebenbühne sind ein Set, das du gesehen hast, und zählen genauso wie ein Headliner-Slot.
- Leg Fotos und eine Notiz zur Edition, solange du noch weißt, welcher Abend welcher war.
- Nimm dir danach die älteren Jahrgänge vor. Sechs Seiten, und weil kaum ein Act zweimal vorkommt, ist jede davon eine eigene Ausbeute.
Rechne mit zehn Minuten pro Edition. Es sind die einzigen zehn Minuten, die mit jedem Jahr, das du wartest, teurer werden.
Ein Nebenbefund: zwei Schreibweisen, ein Act
In den 493 Acts stecken sechs Bands, die in zwei Schreibweisen im Archiv liegen — Monsters Of Liedermaching neben Monsters of Liedermaching, Tones And I neben Tones and I, dazu BHZ, Moonbootica, Judith van Waterkant und MandelKokainSchnaps. Für einen Menschen dieselbe Band, für die Datenbank zwei; die ehrliche Zahl liegt also bei 487.
Wenn dir so etwas auffällt, während du abhakst: Solche Dopplungen lassen sich melden und werden zusammengeführt. Jede zusammengeführte Schreibweise macht die Zählung für alle ein Stück genauer.
Häufige Fragen
Wie viele Bands haben insgesamt beim Deichbrand gespielt? Das Archiv führt 493 verschiedene Acts über die Editionen 2019 bis 2026, aus 609 gebuchten Slots.
Welche Edition hat das größte Line-up? 2025 mit 119 Acts, seit dem Nachtrag vom 15. September 2026. Davor führte 2023 mit 110.
Kann ich Konzerte von 2019 noch nachtragen? Ja. Jede Editionsseite funktioniert gleich, egal ob das Festival letzten Monat war oder vor sieben Jahren. Setlists und Fotos kannst du über die Setlist-Suche ergänzen.
Zählt ein Festival als ein Konzert oder als viele? Als viele. Neun Sets sind neun Konzerte in deiner Statistik. Genau darum geht es beim bandweisen Zählen.
Sechs Editionen, 493 Acts, 407 davon nur ein einziges Mal. Fang mit dem Jahr an, auf dem du zuletzt warst — weitere Beiträge auf Deutsch und die Übersicht aller Festivals warten danach.
Keep reading
About the author
Alexandra P. built Gigvault solo after years of going to concerts and never finding an app that actually captured what happens at shows. No investors, no ads, no data sold. Read the founder story →