Gratis Konzerte tracken: wo die Free-Tarife aufhören
By Alexandra P. · Published 2026-09-14 · 6 min read
Founder of Gigvault — the concert tracker for live music fans.
„Kostenlos" steht bei fast jeder Konzert-App im Store. Die Frage ist nie, ob es einen Gratis-Tarif gibt — sondern wo er aufhört. Und er hört fast immer an genau der Stelle auf, an der es für dich interessant wird: bei deinem Rückblick.
Wir haben nachgesehen, wo die Grenzen tatsächlich verlaufen. Nicht nach Gefühl, sondern in den offiziellen Tarifübersichten der Anbieter, abgerufen am 6. September 2026.
Drei Deckel, auf die es wirklich ankommt
Gratis-Tarife unterscheiden sich in Dutzenden Kleinigkeiten. Für ein Konzerttagebuch zählen aber nur drei Dinge:
- Wie viele Konzerte darfst du eintragen? Das ist der harte Deckel. Ist er erreicht, ist das Tagebuch zu.
- Bekommst du deinen Jahresrückblick vollständig? Oder nur eine Kostprobe, die auf ein Abo hinweist?
- Wie viele Fotos darfst du je Konzert hochladen? Ein Foto pro Abend ist etwas anderes als eine Handvoll.
Alles andere — Freundeslisten, Karten, Push-Erinnerungen — ist Komfort. Diese drei entscheiden, ob am Ende eine Konzertgeschichte dasteht oder ein Fragment.
Radar: zehn Konzerte, dann ist Schluss
Radar ist eine britische Gig-Diary-App für iOS und Android. Ihre eigene Tarifübersicht listet den Gratis-Tarif so auf:
| Funktion | Radar gratis | Radar Pro |
|---|---|---|
| Konzerte im Tagebuch | bis zu 10 | unbegrenzt |
| Freunde | bis zu 5 | unbegrenzt |
| Fotos je Konzert | 1 privates Foto | bis zu 20 |
| Festivals im Tagebuch | 1 | unbegrenzt |
| Concert Wrapped | Vorschau mit 2 Folien | vollständig |
| Setlists | ja | ja |
Direktnachrichten, Kommentare und Bestenlisten sind bei Radar auch gratis dabei — das ist fair und mehr, als viele bieten. Der Deckel liegt woanders: bei zehn Konzerten. Und einen Preis für Pro nennt Radar auf der Website nicht, dort heißt es sinngemäß, die Preise stünden je nach Region in der App.
Zehn Konzerte sind keine Konzertgeschichte
Zehn klingt nach einer freundlichen Zahl. Rechne kurz nach: Wenn du drei- oder viermal im Jahr auf ein Konzert gehst, bist du nach zweieinhalb Jahren am Limit. Gehst du auf ein einziges Festival und trägst die Bands einzeln ein, bist du an einem Wochenende durch.
Der Festival-Deckel wirkt in dieselbe Richtung, nur schneller. Ein Festival im Gratis-Tarif heißt: Beim zweiten Sommer musst du dich entscheiden, welches Wochenende deiner Erinnerung es wert ist. Und weil ein Festivalwochenende nicht ein Konzert ist, sondern ein Dutzend, kollidieren beide Grenzen ausgerechnet dort, wo am meisten zu dokumentieren wäre.
Genau das ist der Punkt, an dem ein Gratis-Tarif aufhört, ein Tarif zu sein, und anfängt, eine Demo zu sein. Ein Tagebuch, das du nicht zu Ende führen kannst, ist kein Tagebuch. Und der Rückblick, für den du das Ganze angefangen hast, ist die Belohnung am Ende — wenn er hinter der Bezahlschranke liegt, hast du umsonst gesammelt.
Was du bei Gigvault gratis bekommst — und was nicht
Damit das hier keine Werbung mit ausgesuchten Zahlen wird, dieselbe Aufstellung für uns, inklusive der Stellen, an denen auch bei uns eine Grenze steht:
| Funktion | Gigvault gratis | Gigvault Pro |
|---|---|---|
| Konzerte im Tagebuch | unbegrenzt | unbegrenzt |
| Concert Wrapped | vollständig, automatisch | zusätzlich Karte, Monatsrückblicke, tiefere Statistik |
| Fotos je Konzert | 3 | unbegrenzt |
| Videos | nein | ja |
| Setlists | ja | ja |
| Concert Buddies | Basis | erweitert |
| Concert Groups | nein | ja |
| Export (CSV, JSON) | ja | ja |
Im Klartext: Die Anzahl deiner Konzerte ist bei uns nicht gedeckelt, und der Jahresrückblick auch nicht. Das sind die beiden Deckel, die wir bewusst nicht gesetzt haben. Bei den Fotos gibt es dagegen sehr wohl eine Grenze — drei je Konzert im Gratis-Tarif, unbegrenzt erst mit Pro. Videos sind Pro-Sache.
Pro kostet 2,99 US-Dollar im Monat oder 29,99 im Jahr, was gegenüber zwölf Monatszahlungen rund 16 Prozent spart. Es ist optional: Es macht den Rückblick tiefer, es schaltet nicht die Grundfunktion frei.
Wir sind nicht die einzige kostenlose App — und das gehört dazu
Wer behauptet, es gäbe sonst nichts Kostenloses, verkauft dir etwas. Es gibt zwei ernstzunehmende Gratis-Alternativen, und du solltest sie kennen, bevor du dich entscheidest.
setlist.fm ist seit Jahren kostenlos, und der Knopf „I was there" baut dir eine echte Besuchshistorie samt Statistik. Es ist außerdem die beste Setlist-Datenbank der Welt. Was es nicht kann: Fotos hosten, überhaupt nicht. Die Betreiber sagen, Uploads stünden ohne Termin auf der Roadmap, weil Bildrechte und Moderation daraus ein großes Feature machen. Deine Setlists liegen also dort und deine Bilder woanders — deine Konzertgeschichte ist an zwei Orten, und keiner davon ist vollständig.
Concert Archives ist ebenfalls kostenlos, auf Web, iOS und Android, und nimmt Fotos und Videos. Das ist eine echte Alternative und am ehesten ein Gleich-gegen-Gleich; für Extras gibt es optional 4 $ im Monat über Patreon.
Was bei uns obendrauf kommt, wenn kostenlos und unbegrenzt schon Standard ist: das vollständige Concert Wrapped als fertiger Jahresrückblick statt einer Statistikseite, die Setlists direkt am jeweiligen Abend, und ein Tagebuch, das auf dem Handy in der Schlange genauso funktioniert wie am Laptop am Morgen danach.
Der Deckel, um den es hier geht, steht bei genau einer dieser Apps — und er steht bei zehn.
Die vier Fragen, die du jeder App stellen solltest
Egal, für welche App du dich am Ende entscheidest — diese vier Fragen beantwortet jede seriöse Tarifseite, und wenn sie es nicht tut, ist das selbst eine Antwort:
- Gibt es eine Obergrenze für Einträge? Wenn ja, rechne sie in Jahre deines eigenen Konzertverhaltens um, nicht in eine abstrakte Zahl.
- Ist der Jahresrückblick vollständig oder eine Vorschau? „Preview", „Kostprobe" und „2 Folien" heißen dasselbe.
- Was passiert, wenn du kündigst? Bleiben deine Einträge lesbar, oder verschwinden sie hinter der Schranke?
- Kommst du wieder heraus? Ohne Export ist deine Konzertgeschichte in der App gefangen, in der du sie angelegt hast.
Die letzte Frage stellen die wenigsten — und sie ist die wichtigste, wenn du vorhast, das Ganze zwanzig Jahre lang zu führen.
Und dann fang einfach an
Der beste Gratis-Tarif ist der, bei dem du das Nachrechnen vergessen kannst. Wenn du wissen willst, wie sich die Apps sonst noch unterscheiden, findest du hier die Konzert-Tagebuch-Apps im Vergleich und die Festival-Tracker-Apps gesondert.
Und wenn du schon weißt, dass du anfangen willst: so legst du dein Konzerttagebuch an, so bekommst du die Fotos sortiert, und am Ende steht deine Konzert-Statistik mit der Antwort auf die Frage, wie viele Konzerte du eigentlich schon warst.
Trag die letzten drei ein, an die du dich erinnerst. Danach entscheidest du, ob dir eine App etwas wert ist — und nicht vorher.
Quellen
- Radars Gratis-Grenzen: Radars eigene Tarifübersicht, abgerufen am 6. September 2026 — bis zu zehn Gigs, fünf Freunde, ein privates Foto je Gig, ein Festival, Concert Wrapped als Vorschau mit zwei Folien. Einen Preis nennt Radar dort nicht, sondern verweist auf die App je Region.
- Unsere eigenen Grenzen: nicht aus unserem Marketing, sondern aus dem Produkt selbst — drei Fotos je Konzert im Gratis-Tarif, Videos nur mit Pro. Die Tarifübersicht steht auf der Preisseite.
- setlist.fm: kostenlose Konten mit „I was there" und Statistik; das eigene Support-Forum und die FAQ bestätigen, dass Foto-Uploads derzeit nicht möglich sind und ohne Termin auf der Roadmap stehen.
- Concert Archives: kostenlos auf Web, iOS und Android für das Eintragen von Konzerten mit Fotos, Videos und Setlists; optional 4 $ im Monat über Patreon für Extras.
- Warum das hier so ausdrücklich steht: Preisangaben altern schnell, und Vergleichsseiten Dritter lagen bei zwei von uns geprüften Preisen daneben. Maßgeblich ist immer die Seite des Anbieters selbst.
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About the author
Alexandra P. built Gigvault solo after years of going to concerts and never finding an app that actually captured what happens at shows. No investors, no ads, no data sold. Read the founder story →